Abrechnung allgemein

Tierärzte müssen ihre Tätigkeit entsprechend der GOT (Gebührenordnung für Tierärzte) abrechnen. Bei nicht explizit aufgeführte Tätigkeiten ist eine vergleichbare Tätigkeit heran zu ziehen.
Der dort aufgeführte einfache Satz muss mindestens verlangt werden (Schutz vor Preisdumping) und darf das 3-fache nicht übersteigen, außer dies wurde vor der Behandlung explizit vereinbart.
Bei Notfällen ist das Maximum der 4-fache Satz. Sollten Sie während den Öffnungszeiten mit einem Notfall in unsere Praxis kommen, kann eine Pauschale von 30,52 € fällig werden. (Stand 07/21)
Neuregelung der Abrechnung von Notfällen (Stand 07/21):
Bei Notfällen ist eine Gebühr von 50,- € netto zu berechnen.
Für Leistungen nach der GOT ist mindestens der 2-fache, maximal der 4-fache Satz zu veranschlagen.

Diese Faktoren sind dafür gedacht, den Ausgleich zwischen Stadt und Land (u.a. Mietpreise) oder besonders herausfordernden oder zeitintensiven Einzeltieren (besonders kleine/große Tiere, ängstliche Tiere usw.), sowie Inflationsanpassungen zu berücksichtigen.

Welcher Satz ist “normal”?
Sie finden in München Tierärzte die zum einfachen Satz abrechnen, genauso finden Sie Tierärzte die regulär den 2,4-fachen Satz veranschlagen oder auch 3-fach abgerechnete “Chefarztbehandlungen”.

Medikamentenpreise werden in Deutschland über eine eigene Verordnung geregelt (AMPreisVO).

Materialien werden entsprechend dem Verbrauch per Stück oder in Pauschalen berechnet und sind nicht in der Gebühr der GOT enthalten.

Preise in unserer Praxis

Unsere Preise sind grundsätzlich bei Faktor 1,85 angesiedelt.
Coronabedingt sind unsere Termine derzeit mit mehr Abstand geplant, wodurch wir leider ca 20% weniger Patienten Termine anbieten können. Um dies zu kompensieren haben wir uns entschieden, statt einer Coronapauschale von xx,- € zu verlangen den allgemeinen Faktor zu erhöhen.
Grundsätzlich gilt:
abgerechnet wird, was getan/angewendet wurde – nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Wie setzt sich eine Rechnung zusammen?

Alle Tätigkeiten + angewendete Medikamente + Material + abgegebene Medikamente + ggf. zusätzliche Zeitaufwände

Am Beispiel einer Kastration*:
Untersuchung Allgemein
+ Untersuchung Einzelorgan (Abhören des Herzens nach potentiellen Herzfehlern wegen des Narkoserisikos)
+ Narkose – Durchführung
+ Injektion des Narkosemittels
+ Narkosemedikamente
+ ggf. Narkosemonitoring
+ Kastration – Durchführung
+ dem Eingriff entsprechend viele Wundnähte
+ Nahtmaterial
+ OP-Material/steril (Pauschale für Material und kosten der Sterilisation des OP Bestecks)

= Preis
+ Schmerzmittel
+ ggf. Gegensteuerung der Narkose (“Aufwachspritze”)
+ ggf. Medikamente für die Folgetage

*Dies soll als Beispiel fungieren und erhebt keine Anspruch auf Vollständigkeit!

Preisvergleiche

Bitte beachten Sie immer bei Preisvergleichen, dass Sie immer eine Individuelle Behandlung erhalten. Es gibt nicht nur einen richtigen Weg und jeder hat eigene Schwerpunkte, die beachtet werden.
Macht man nur eine einfache Naht ist dies zwangsweise günstiger als mehrschichtige Nähte.
Auch Schutzmaßnahmen (z.B. Monitoring, Schutzintubation oder legen eines Venenkatheters zur Sicherheit) müssen abgerechnet werden, auch wenn diese während der Operation ungenutzt bleiben.